Drei Jahre, tausende veränderte Leben und eine treue Partnerschaft
Drei Jahre in Folge brachte die Global Mercy Hoffnung und Heilung nach Sierra Leone. Jetzt hat das Hospitalschiff abgelegt, um die Kanaren anzusteuern. Dort wird das Schiff einer jährlichen Wartung unterzogen. Auch wenn Mercy Ships das Land verlassen hat – das, was bleibt, macht Mut und große Freude.
In den vergangenen drei Jahren sind Tausende Menschen die Gangway der Global Mercy hinauf- und hinuntergegangen, während das Schiff in Freetown, Sierra Leone, im Hafen lag. Aus dem ganzen Land kamen Menschen für eine langersehnte Operation an Bord. Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen kamen zu Fortbildungsprogrammen. Ehrenamtliche aus aller Welt gingen an Bord, um zu helfen, während die einheimische Crew jeden Morgen die Gangway hinaufstieg, um den Einsatz in ihrer Heimat zu unterstützen. Jeder kam, um in einer spezifischen Funktion zu dienen, und viele gingen verändert, mit neuen Erkenntnissen und neuer Hoffnung im Herzen.
Hoffnung wird wahr
Als die Global Mercy im Jahr 2023 in Sierra Leone eintraf, gehörte auch ein junges Mädchen namens Naserry zu den Hilfsbedürftigen. Im Alter von fünf Jahren erlitt Naserry schwere Verbrennungen, nachdem sie in eine offene Feuerstelle gefallen war. Da sie keinen Zugang zu den notwendigen Operationen und Rehabilitationsmaßnahmen hatte, zog sich die verengte Haut an ihrem Arm zusammen, sodass sie in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt war. Das erschwerte ihren Alltag sehr. In der Schule wurde sie von anderen Kindern gehänselt, und oft versteckte sie ihren Arm hinter dem Rücken.
Doch Naserrys Tante Salamatu verlor nie die Hoffnung. Vor Jahren hatte Salamatu gesehen, wie eine Nachbarin behandelt wurde, als Mercy Ships in Sierra Leone war. Sie glaubte, dass auch ihre Nichte geheilt werden könnte, also holte sie Naserry zu sich nach Freetown und wartete darauf, dass das Schiff zurückkehrte.
Im Jahr 2023 ging dieser Wunsch endlich in Erfüllung. Nach der Operation an Bord der Global Mercy und monatelanger Rehabilitation konnte Naserry ihren Arm wieder bewegen und kehrte mit neuem Selbstvertrauen nach Hause zurück. „Früher haben mich die Leute ausgelacht“, sagte sie. „Das ist jetzt vorbei.“
Für viele Menschen in Sierra Leone war die Ankunft der Global Mercy in jenem Jahr nicht der eigentliche Beginn der Geschichte. Mercy Ships kam 1992 zum ersten Mal mit der Anastasis nach Freetown – dem ersten Hospitalschiff der Hilfsorganisation. Im Laufe der Jahre kehrte die Organisation immer wieder zurück und baute so Vertrauen und enge Beziehungen zu den Menschen in Sierra Leone auf. Der dritte Einsatz der Global Mercy in Folge war insgesamt schon der achte Besuch von Mercy Ships in diesem Land und der längste ununterbrochene Einsatz in der Geschichte Sierra Leones mit der Organisation.
Naserrys Hoffnungsgeschichte ist eine von Tausenden, die sich in dieser Zeit ereignet haben.
Zwischen 2023 und 2026 führte Mercy Ships mehr als 5.430 Operationen und mehr als 17.100 zahnärztliche Behandlungen durch. Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Mensch, der wieder zur Schule gehen, seine Familie unterstützen, einen Traum verwirklichen oder mit neuem Selbstvertrauen in die Gesellschaft zurückkehren konnte. Der Gesundheitsminister von Sierra Leone, Dr. Austin Demby, fasste es so zusammen: „Es geht nicht um Einzelpersonen. Fünftausend Familien haben davon profitiert.“
Die Arbeit weiterführen
Abgesehen von den Operationen haben die letzten drei Jahre durch die einheimischen Fachkräfte, die diese Arbeit weiterführen werden, einen Unterschied gemacht. Für Betty Koker begann der Ursprung ihrer Reise mit einem persönlichen Verlust. Nachdem ihre Mutter bei der Geburt gestorben war, traf Betty eine Entscheidung, die ihr Leben veränderte. „Ich habe mich entschieden, Krankenschwester zu werden, damit ich Menschen helfen kann, vor allem Kindern, damit sie nicht zu Waisen werden.“
Diese Entschlossenheit führte sie schließlich ins Connaught Hospital, das größte öffentliche Krankenhaus in Sierra Leone. Im Jahr 2024 nahm sie an einem Mentorenprogramm für Pflegekräfte teil, das im Rahmen einer Partnerschaft zwischen Mercy Ships und dem Gesundheitsministerium entwickelt wurde.
Durch dieses Programm wurden Bettys Fähigkeiten und ihr Selbstvertrauen gestärkt, und heute wendet sie das Gelernte bei ihren Patienten an und gibt ihr Wissen an ihre Kollegen weiter. Geschichten wie die von Betty haben sich in den letzten drei Jahren hunderte Male ereignet. Über 600 Fachkräfte im Gesundheitswesen nahmen an den Bildungs-, Ausbildungs- und Förderprogrammen von Mercy Ships teil, was insgesamt mehr als 106.000 Lernstunden ergab. Programme wie das Diplom für Anästhesiepflege, das Mentorenprogramm für Physiotherapie, die Schulung zur Sterilgutaufbereitung, Förderungen für die medizinische Ausbildung und das Programm für sicherere Operationen halfen Fachkräften im Gesundheitswesen in ganz Sierra Leone dabei, Fähigkeiten zu erwerben, die ihnen noch viele Jahre lang zugutekommen werden. Diese Zukunft nimmt bereits Gestalt an.
Absolventen des Diplomprogramms für Anästhesiepflege arbeiten mittlerweile in staatlichen Krankenhäusern, während medizinische Fachkräfte, die einst an Schulungen teilgenommen haben, nun selbst unterrichten und andere betreuen.
Etwas bewirken – auch über das Schiff hinaus
Die Auswirkungen zeigen sich auch deutlich bei Menschen wie Harry Kargbo. Harry, ein aus Sierra Leone stammendes Crewmitglied der Global Mercy, verbrachte drei Jahre damit, zu beobachten, wie sich das Leben der Menschen veränderte. Er traf Patienten vor ihrer Operation und sah sie wieder, nachdem sie genesen waren. Er beobachtete, wie die Menschen Selbstvertrauen gewannen, zu ihren Familien zurückkehrten und neue Chancen ergriffen, die sie einst für unerreichbar gehalten hatten. Er wurde auch Zeuge von etwas, das weniger offensichtlich war. Ein Umdenken der Menschen.
Die Lektionen, die er auf dem Schiff gelernt hat – Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft – finden nun ihren Weg in Arbeitsstätten, Krankenhäuser und Gemeinden in ganz Sierra Leone. Für Harry sind die positiven Auswirkungen im ganzen Land spürbar – auch wenn das Schiff nun nicht mehr da sein wird. „Noch ungeborene Babys werden dank der Schulungen, die Mercy Ships durchgeführt hat, von einer angemessenen Versorgung profitieren“, sagte er.
Dr. Demby beobachtete dasselbe auf nationaler Ebene. Für ihn bestand einer der größten Beiträge nicht nur in den weitergegebenen technischen Fähigkeiten, sondern auch in der Kultur, die damit einherging. „Die Fähigkeit, im Team zu arbeiten, die Fähigkeit, das eigene Handeln mit Empathie zu untermauern, die Fähigkeit, sich um andere zu kümmern, die Fähigkeit, sich gegenseitig auf sich ergänzende Weise zu unterstützen“, sagte er. „Es ist diese feinfühlige Präsenz von Mercy Ships hier, die für mich am beeindruckendsten war.“
Die Partnerschaft bleibt bestehen
In den letzten drei Jahren haben Mercy Ships und Sierra Leone zusammengearbeitet, um den dringenden Bedarf an chirurgischen Eingriffen zu decken und in die Zukunft des Gesundheitswesens zu investieren.
In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium, dem Connaught Hospital, Schulen und Mitarbeitern des Gesundheitswesens half Mercy Ships beim Aufbau von Programmen, die auch nach der Abreise der Global Mercy fortgeführt werden, und leistete einen Beitrag zum nationalen Plan des Landes für die chirurgische Versorgung.
Diese Bemühungen gehen weiter. Mercy Ships engagiert sich nach wie vor in Sierra Leone und unterstützt die Ausbildung im Gesundheitswesen sowie Mentoring-Programme, damit die auf der Global Mercy begonnene Arbeit an Land fortgesetzt wird.
In ganz Sierra Leone zeigen sich die Auswirkungen der letzten drei Jahre bereits im Leben von Menschen wie Naserry, bei Krankenschwestern wie Betty und bei Fachkräften im Gesundheitswesen, die nun ihre Erfahrungen an andere weitergeben. Auch wenn die Global Mercy wieder abgefahren ist, bleiben die Partnerschaften, Programme und Menschen, die diese Arbeit weiterführen, bestehen.
Bei einer kürzlich abgehaltenen Abschiedsfeier reflektierte der Präsident von Sierra Leone, Julius Maada Bio, über diese Auswirkungen und sagte: „Das Schiff mag zwar abfahren, doch das Vermächtnis bleibt.“
Tausende weitere Menschen warten noch immer auf eine sichere chirurgische Versorgung. Erfahren Sie, wie Sie sich an dieser Mission beteiligen können.
Wir stehen Ihnen für alle Ihre Fragen gerne telefonisch unter 0 8191 98550-14 zur Verfügung. Mehr zu unseren Stellenangeboten finden Sie hier.
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berichtete über das Einsatzende der Global Mercy in Sierra Leone.
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