Mercy Ships E-Learning Angebote
Medizinische Aus- und Weiterbildung auf dem Weg ins digitale Zeitalter
Anfang 2020 hatte Mercy Ships schon zahlreiche medizinische Trainingsprogramme in seinen Partnerländern direkt vor Ort geplant. Diese Pläne mussten wegen der Corona-Pandemie im Frühjahr gründlich überarbeitet werden. Schnell wurde klar, dass das Jahr 2020 ganz anders verlaufen würde, als wir uns das vorgestellt hatten. Womit wir aber am wenigsten gerechnet hatten, war, dass das MCB (Medical Capacity Building), so die englische Bezeichnung für unsere medizinischen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, eine größere Rolle spielen würde denn je.
Um die Folgen der vorübergehenden Einsatzpause der Africa Mercy zu kompensieren setzten wir alles daran, zumindest die Aus- und Weiterbildung der medizinischen Fachkräfte in unseren Partnerländern auf sichere und effektive Weise fortzusetzen. Weder die globale Chirurgiekrise noch andere medizinische Herausforderungen erlauben es auf ein Ende der Bedrohung durch COVID-19 zu warten.
Deshalb entwickelte Mercy Ships verschiedene E-Learning Angebote. Sie stellten sicher, dass die Teilnehmer weiterhin ihr Wissen und Können erweitern konnten. Nur eben via Bildschirm und nicht im direkten, persönlichen Kontakt. Im Rückblick sind wir froh und dankbar, dass wir in diesem Jahr, das so von Unsicherheit und Herausforderungen geprägt war, sogar mehr Teilnehmer schulen konnten als ursprünglich geplant.
Mercy Ships E-Learning 2020
Drei unserer MCB-Programme fanden ausschließlich online statt. 196 Teilnehmer konnten von ihnen profitieren.
- Der Kurs für psychische Gesundheit für Mitarbeiter im Gesundheitswesen vermittelte 73 Verantwortlichen aus dem Gesundheitswesen verschiedener westafrikanischer Länder, wie sie ihre Mitarbeiter dabei unterstützen können, mit den seelischen Belastungen, die aus ihrer Arbeit resultieren, zurecht zu kommen.
- Die 720-stündige Weiterbildung „Seelische Gesundheit in Theorie und Praxis“ hatte ebenfalls mehr Teilnehmer als ursprünglich geplant. Statt der erwarteten 30-40 Fachkräfte profitierten schließlich 48 von diesem Angebot. Nicht zuletzt deshalb, weil es kein Problem mit der Anreise gab.
- Ein weiterer Erfolg war die 45-stündige Fortbildung „Palliativpflege in Theorie und Praxis“. Die 39 Teilnehmer lernten, wie sie die Rahmenbedingungen für die Pflege von unheilbar kranken Menschen verbessern und im Umgang mit diesen Patienten die Pflegequalität steigern können.
"Meine ganze Sicht auf die Pflege hat sich mit den neuen Fähigkeiten, die ich lerne, verändert... Ich wünschte, andere könnten das auch lernen"
Die Befragung der Teilnehmer des Palliativ-Kurses ergab, dass jeder Einzelne die Inhalte nützlich fand und sich in Bezug auf den Umgang mit Palliativ-Patienten sicherer in seinem Handeln fühlt. Zudem haben alle angegeben, dass sie planen, das Gelernte in ihrem Arbeitsumfeld weiter zu geben.
Mentoring via Monitor
Zusätzlich zu den Seminaren, die vollständig virtuell abgehalten wurden, hat Mercy Ships im Senegal und in Guinea Mentoring Programme angeboten, die ursprünglich als Präsenzveranstaltung angelegt waren, dann aber erfolgreich in E-Learning übertragen wurden. Dazu zählen:
- Klumpfuß-Behandlung (18,5 Stunden Mentoring für 4 Teilnehmer im Senegal)
- Medizintechnik (7,5 Stunden Mentoring für 3 Teilnehmer in Guinea)
- Zahnmedizin (392 Stunden Mentoring für 11 Studenten in Guinea)
An der Gamal Abdel Nasser Universität nahmen darüber hinaus 107 Studenten am Präsenz-Mentoring Programm teil und wirkten dabei an 2742 Zahnbehandlungen mit.
Die guten Erfahrungen werden auch 2021 fortgeführt
Wegen der großen Herausforderungen und Unsicherheiten des vergangenen Jahres waren die Angebote im Bereich „psychische Gesundheit“ von besonderer Bedeutung. Darum werden wir auch in diesem Jahr beim E-Learning ein besonderes Augenmerk auf diesen Bereich legen.
Der kommende Online-Kurs ist wieder für 40 Teilnehmer ausgelegt und wird unseren Bildungsschwerpunkt „Sicherheit und Gesundheit für medizinisches Fachpersonal“ weiter stärken. Dabei lernen die Teilnehmer nicht nur auf sich selbst zu achten, sondern darüber hinaus auch, wie sie diese Haltung auch an ihre Kollegen weitergeben können. Daraus ergibt sich eine zweifache Zielsetzung:
- Die Teilnehmer lernen Strategien und Fähigkeiten, um Burnout auch in Krisenzeiten zu reduzieren.
- Der Zugang zu psychosozialen Diensten wird verbessert, indem die Anbieter dieser Dienste in der Diagnose und Behandlung psychischer Auswirkungen von Traumatisierung und Krankheit geschult werden.
Mit solchen Angeboten möchten wir in die Gesundheitssysteme und die Gesellschaft vor Ort hineinwirken. Bei unserem Ziel, nachhaltige Veränderung in unseren Partnerländern zu ermöglichen, spielt das MCB-Programm eine Schlüsselrolle. Durch eine erstklassige Ausbildung geben wir Afrikanischen Medizinern das nötige Handwerkszeug, sich erfolgreich um die Gesundheit ihrer Mitbürger zu kümmern.
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Alumni-Treffen 2026 & Serienpremiere
Am Samstag, den 19. September, hatte der Mercy Ships Deutschland e. V. Alumni und Unterstützer der internationalen Hilfsorganisation zu einem besonderen Event eingeladen. In den Räumen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Augsburg hatten die rund 90 Gäste die Möglichkeit, sich auszutauschen und Neues über die Einsätze in Afrika zu erfahren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch die Serienpremiere von The Mercy Ships – einer Reality-Dokumentation, die ab dem 2. Oktober 2026 exklusiv auf Bibel TV ausgestrahlt wird. Die TV-Serie ermöglicht spannende Einblicke in den Alltag auf den Hospitalschiffen.

„Das ist mein Zuhause“
Liebe auf den ersten Blick war es nicht zwischen Shaniva Textor und Mercy Ships. Doch was als Zweifeln begann, entwickelte sich zu einer unglaublich positiven Erfahrung, die die 26-Jährige nie wieder vergessen wird. Als junge verheiratete Frau entschied sich die Technische Sterilisationsassistentin, ihr vertrautes Leben für zwei Monate hinter sich zu lassen. Ihren Ehemann, den Heimatort Steinen in Süddeutschland, Freunde und Familie – alles ließ sie zurück, um einem Ruf Gottes zu folgen. Leicht fiel ihr das nicht. Doch eines lernte sie schnell: Ein Zuhause kann sie überall auf der Welt finden – sogar auf einem Hospitalschiff in Madagaskar.

„Es ist ein Wunder“
Ali Naddaf (46) ist schon viel rumgekommen auf der Welt. Entsprechend erfahren ist er mit anderen Nationalitäten und Kulturen. Mit seiner Familie lebt er derzeit in Mittelhessen. Naddaf ist leitender Oberarzt für endokrine Chirurgie in der Asklepios Klinik in Lich. Der Schilddrüsenexperte setzte seine Expertise im Januar 2026 für zwei Wochen in Sierra Leone ein – an Bord der Global Mercy. Ein ehrenamtlicher Einsatz, der ihn gestärkt, motiviert und dankbar nach Hause kehren ließ – mit dem großen Wunsch, Mercy Ships in Zukunft jährlich zu unterstützen.

„Es tut gut, anderen etwas geben zu können“
Die Arbeit von Mercy Ships funktioniert nur, weil zahlreiche Menschen ein leidenschaftliches Herz für unsere Arbeit haben. Das drückt sich in vielfältigster Art und Weise aus. Unsere Einsätze werden beispielsweise auch von starken Firmen getragen, die durch ihr Firmenengagement verantwortungsbewusstes Handeln zeigen. Die Viertler GmbH ist so eine Firma. Im Interview spricht Geschäftsführer Ingo Viertler über seine Herzenshaltung.
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