Ein Klick, der alles veränderte

Wie eine Ärztin Hoffnung und Heilung in die Welt trägt

Eine gute Freundin schickte ihr einen Link zur Website von Mercy Ships. Erst Neugier und schließlich einer klaren Entschlossenheit – so nahm ein außergewöhnliches Abenteuer für Monika Kupries seinen Lauf.

Als Ärztin ohne größere familiäre Verpflichtungen hatte Monika die Freiheit, sich Zeit zu nehmen und das nötige Geld für ihren Einsatz selbst anzusparen. Mercy Ships zog sie nicht nur wegen der Möglichkeit an, ihren medizinischen Beruf sinnvoll einzusetzen, sondern auch wegen der klaren christlichen Werte und des überschaubaren Zeitraums des Engagements.

Neuland betreten – mit Herz und voller Hingabe

Der Alltag begann mit Visiten auf den Stationen: Patienten aus den Bereichen der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Orthopädie, Patienten mit Leistenbrüchen, gutartigen Tumoren oder Kinder nach Augenoperationen – jeder Fall war einzigartig, jeder Mensch besonders. Vor jeder Operation wurden die Patienten mehrfach gesehen und gründlich untersucht: War der Eingriff möglich, sinnvoll und vor allem sicher? Vorerkrankungen wie Malaria, HIV, Bluthochdruck, Hautausschläge, Wundinfektionen oder klassische Kinderkrankheiten gehörten zum Alltag. Nachts und am Wochenende war Monika mit den anderen Ärzten für Notfälle der Crew zuständig.

Medizin mit Menschlichkeit – der entscheidende Unterschied

Was Monika an Bord besonders bewegte, war der direkte Kontakt zu den Patienten – ganz ohne die Last der deutschen Bürokratie. Keine Abrechnungscodes, keine endlosen Arztbriefe, keine Rezeptsysteme. Dokumentiert wurde nur, was für die medizinische Arbeit wirklich zählt. Punkt. Endlich wieder Zeit für eine ausführliche Anamnese, für Nachfragen, um den Menschen wirklich zu sehen. Sprachbarrieren erforderten Geduld und Einfühlungsvermögen, schufen aber auch Nähe. Jeder Patient musste genau untersucht und eingeschätzt werden – das erforderte „Fingerspitzengefühl“ und Zeit.

Lernen, Staunen, Mithelfen

Für Monika war der Einsatz auch ein Sprung in neue medizinische Fachgebiete, die ihr in ihrem beruflichen Umfeld in Deutschland kaum begegnen: Dermatologie, Tropenmedizin, Kinderheilkunde. Krankheiten wie Sichelzellkrankheit, Mpox oder Noma waren vollkommen neu für sie. Lernen, Lesen, Improvisieren gehörten zum Alltag.

Ein besonderes Highlight war für Monika ein Gottesdienst an Bord, zu dem eine Gruppe Jugendlicher aus der Milton Margai-Schule für Blinde eingeladen war. Die jungen Leute wirkten aktiv beim Gottesdienst mit – obwohl sie blind sind. Monika war tief berührt: „Die Jugendlichen haben trotz ihrer Einschränkungen mitgemacht und alles gegeben – einfach, weil sie es für Jesus tun wollten. Diese Haltung hat mich sehr beeindruckt.“

Gelebte Vielfalt und tiefe Gemeinschaft

Monika schwärmt noch heute von der besonderen Atmosphäre an Bord:
„Das Leben in einer internationalen Gemeinschaft ist ein echtes Geschenk – und für mich ein unvergessliches Erlebnis. Ich würde es jedem empfehlen, der offen für neue Begegnungen und Kulturen ist!“ Gerade während der längeren Aufenthalte vor der Küste Sierra Leones, wenn das Schiff für viele Wochen zum Zuhause wurde, entfaltete sich das Miteinander besonders schön. Monika erinnert sich gerne an die bunten Feste und Traditionen, die sie gemeinsam mit Menschen aus aller Welt feiern durfte: Die Niederländer begeisterten mit kreativen Spieletagen, die Norweger verwöhnten mit ihren kulinarischen Spezialitäten, und die Einheimischen aus Sierra Leone freuten sich riesig, wenn jemand am Nationalfeiertag ihre Farben trug. Die Amerikaner bereicherten die Gemeinschaft mit ihrer herzlichen Offenheit und Gastfreundschaft.

„Ich habe erlebt, wie viel Freude es macht, Unterschiede zu entdecken, voneinander zu lernen und gemeinsam zu feiern. Diese Vielfalt und das gegenseitige Verständnis sind ein echter Gewinn und machen das Leben an Bord zu etwas ganz Besonderem!“ 
– Monika Kupries

Persönliche Veränderung und neue Perspektiven

Monika sagt, sie überdenke jetzt, wofür sie Geld ausgibt, und habe sich ein neues Budget gesetzt. Sie sei sich bewusst geworden, wie oft sie Shampoo kaufe, obwohl das alte noch halb voll sei, und wie sorglos sie bisher mit Überfluss umgegangen sei. „14 Wochen lang aus einem Koffer zu leben, haben mir gezeigt, wie viel Kleidung ich besitze, die ich nie trage.“ Sie möchte lernen, besser zu überlegen, was sie wirklich braucht – und nicht einfach Neues kaufen, nur weil es möglich ist. Sie hofft, dass diese Einstellung von Dankbarkeit und Bescheidenheit eine bleibende Veränderung in ihr bewirkt.

Außerdem hofft sie, ihren neu gewonnenen Blick für den Patienten zu bewahren. Und vielleicht kann sie auch anderen vermitteln, dass Gesundheit und Gesundheitsfürsorge in den meisten Teilen der Welt keine staatliche Selbstverständlichkeit sind – sondern ein Privileg, für das man dankbar sein und zugleich Verantwortung übernehmen muss.

Getragen von Gemeinschaft

Besonders bewegt hat sie das Interesse, das Mitbeten und die Nachfragen ihrer Freunde und der Gemeinde. Für sie ist das ein weiterer Ausdruck von Gottes Idee, Christen in eine Gemeinschaft zu stellen und nicht als Einzelkämpfer unterwegs zu sein.

Liebe Monika, danke, dass Du uns an Deiner Reise hast teilhaben lassen. Wir wünschen Dir von Herzen alles Gute!

Sie möchten mit Herz und Können Leben verändern? Mercy Ships lebt von ehrenamtlichem Engagement. Werden Sie Teil der Mercy Ships Crews und engagieren Sie sich ehrenamtlich auf den weltweit einzigartigen Hospitalschiffen.

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Bild von Stefanie Odersky
Stefanie Odersky

interviewte Monika Kupries über ihren Einsatz auf der Global Mercy.

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