Emmanuels Wunder
Der kleine Emmanuel kam mit einem Tumor am Steißbein auf die Welt. Seine Eltern hatten nicht genug Geld für die lebensrettende Operation. Auf der Africa Mercy konnte ihm geholfen werden.
Leocadie und ihr Mann Edwige waren voller Freude, als sie erfuhren, dass sie ihr viertes Kind erwarten. Ein kleiner Junge sollte es werden! Doch die Freude wurde schnell getrübt, als während einer Routineuntersuchung bei einem Ultraschall der Arzt jene Worte sagte, die keine Mutter hören möchte: „Mit ihrem Baby stimmt etwas nicht.“
Als Leocadie ihr Kind zur Welt brachte, stellte sich heraus, dass es sich bei der im Ultraschall entdeckten Fehlbildung um ein Teratom, einen riesigen Keimzellentumor handelte, der am Steißbein des Babys wuchs.
Schwere Monate nach der Geburt
Leocadie war erschüttert und hilflos. Nach der Geburt weinte sie sich oft in den Schlaf und die Trauer hielt viele Monate an. Immer wenn sie sah, dass der Tumor wieder gewachsen war, zerbrach es ihr das Herz und sie musste weinen. Als wäre diese Last nicht genug für diese junge Frau, litt sie zudem an Grünem Star und war praktisch blind. Das machte es ihr sehr schwer, sich gut um ihre Baby zu kümmern. Durch das Gewicht des Tumors konnte sie ihr Baby kaum halten und oft mussten Familienmitglieder sie bei der Versorgung unterstützen. Da sie kein Geld hatte, um sich eine Operation zur Entfernung des Tumors leisten zu können, lähmte sie die Angst um die Zukunft ihres Sohnes.
„Ich war so traurig. Ich dachte, er würde sterben. Ich konnte nicht aufhören zu weinen“, sagt Leocadie. Und falls er doch überleben sollte, musste sie sich unablässig fragen, wie sein Leben wohl aussehen würde. „Wird er arbeiten? Wird er zur Schule gehen? Wird er Freunde haben? Vielleicht muss er die ganze Zeit zu Hause bleiben“, dachte sie traurig.
Nie die Hoffnung aufgeben
Trotz all diesen Umständen verlor Leocardie nicht die Hoffnung, dass ihr kleiner Junge eines Tages ein normales Leben führen könnte – frei von der Last des Tumors. Sie und Edwige beschlossen, ihren Sohn Emmanuel zu nennen, was „Gott mit uns“ bedeutet.
„Da er mit diesem riesigen Tumor auf die Welt gekommen ist, wussten wir, dass sein Leben viele Schwierigkeiten mit sich bringen würde. Wir sagten: ‚Du sollst Emmanuel heißen, damit Gott mit dir ist'“, so Leocadie. „Sein Name ist ein Zeugnis, denn wenn Gott nicht mit uns gewesen wäre, wäre er sicher gestorben, oder ich wäre gestorben, als ich ihn in mir trug.“
Doch schon bald schienen sich ihre Hoffnungen und Gebete für Emmanuel zu erfüllen. Edwige arbeitete für ein Unternehmen, das Transportcontainer an Mercy Ships liefert. Edwiges Chef erzählte ihm von den kostenlosen Operationen, die an Bord der Africa Mercy angeboten werden.
Ein tödlicher Tumor
In der Hoffnung, dass Emmanuel operiert werden könnte, brachten sie ihren kleinen hilflosen Sohn auf das Schiff. Sie kamen genau zum richtigen Zeitpunkt, denn Emmanuel musste drei Monate alt sein, um eine Operation zur Entfernung des Teratoms zu erhalten, und er war an dem Tag, an dem er untersucht wurde, gerade drei Monate alt geworden! Und glücklicherweise war der Mercy Ships-Chirurg Dr. Sherif Emil, der auf Fälle wie den von Emmanuel spezialisiert ist, genau zur richtigen Zeit auf der Africa Mercy. Was für ein Wunder!
„Teratoma‘ bedeutet auf Griechisch ‚Monster'“, sagt Dr. Emil von Mercy Ships. „90 Prozent dieser Tumore sind gutartig. Aber wenn sie nicht behandelt werden, können sie das Kind töten.“ Emmanuel auf das Schiff zu bringen, war ein mutiger Schritt für Leocadie. Sie vertraute ihr Baby fremden Ärzten an, und ohne ihr Augenlicht musste sie Vertrauen in das haben, was sie nicht sehen konnte. Ihre ältere Schwester diente ihr als Auge, begleitete Leocadie zu jedem Termin und blieb mit an Bord.
Acht Stunden Operation
Die Operation zur Entfernung von Emmanuels Tumor dauerte über 8 Stunden, aber das Ergebnis war ein großer Erfolg. „Emmanuel ist ein Zeugnis für Überleben, Widerstandsfähigkeit und großen Segen“, sagt Dr. Emil. Der Tumor wog 2,6 Kilogramm – etwa ein Drittel von Emmanuels gesamtem Körpergewicht.
Nach der Operation streckte Leocadie ihre Hand aus, um Emmanuel zu halten. Sie selbst konnte die Veränderung nicht sehen, aber sie spürte sie sofort. „Ich war sprachlos. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Er war so viel leichter. Ich konnte den Unterschied spüren. Vor der Operation konnte ich ihm nicht mal Windeln anziehen, weil der Tumor zu groß war“, sagt Leocadie.
Emmanuel ist seit seiner Operation stärker und glücklicher geworden. Und der ganzen Familie geht es nun besser, seit die Sorgen und Ängste von ihren Schultern genommen wurden. Jetzt weiß Leocadie, dass ihr Sohn – ihr „Geschenk Gottes“ – eine gute Zukunft haben wird, die sie vor der Operation nie für möglich gehalten hätte. „Er macht seinem Namen wirklich alle Ehre“, lächelt Leocadie an Emmanuels letztem Tag an Bord. „Gott ist wirklich mit uns gewesen!“
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„Es ist ein Wunder“
Ali Naddaf (46) ist schon viel rumgekommen auf der Welt. Entsprechend erfahren ist er mit anderen Nationalitäten und Kulturen. Mit seiner Familie lebt er derzeit in Mittelhessen. Naddaf ist leitender Oberarzt für endokrine Chirurgie in der Asklepios Klinik in Lich. Der Schilddrüsenexperte setzte seine Expertise im Januar 2026 für zwei Wochen in Sierra Leone ein – an Bord der Global Mercy. Ein ehrenamtlicher Einsatz, der ihn gestärkt, motiviert und dankbar nach Hause kehren ließ – mit dem großen Wunsch, Mercy Ships in Zukunft jährlich zu unterstützen.

„Es tut gut, anderen etwas geben zu können“
Die Arbeit von Mercy Ships funktioniert nur, weil zahlreiche Menschen ein leidenschaftliches Herz für unsere Arbeit haben. Das drückt sich in vielfältigster Art und Weise aus. Unsere Einsätze werden beispielsweise auch von starken Firmen getragen, die durch ihr Firmenengagement verantwortungsbewusstes Handeln zeigen. Die Viertler GmbH ist so eine Firma. Im Interview spricht Geschäftsführer Ingo Viertler über seine Herzenshaltung.

„Ich muss Mercy Ships danken“
Farahs Lächeln steckt an. Dabei hätte der 65-jährige Landwirt aus Sierra Leone in den vergangenen 15 Jahren viel Grund gehabt, verbittert zu sein. Sein warmherziges und optimistisches Wesen hat er aber nie ganz verloren – genauso wenig wie sein herzliches Lächeln. Der Familienvater ist ein vorbildliches Beispiel dafür, dass es sich immer lohnt, Mut und Hoffnung zu bewahren – auch wenn die Stürme des Lebens Unruhe verbreiten.

Drei Jahre, tausende veränderte Leben und eine treue Partnerschaft
Nach drei Einsätzen in Folge hat die Global Mercy ihren Einsatzort Sierra Leone verlassen, um zu den Kanaren zu fahren. Dort wird sie einer umfangreichen Wartung unterzogen. Doch was in Sierra Leone bleibt, ist ein großes Vermächtnis für die Menschen und das Land.
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erzählt als Referent für Öffentlichkeitsarbeit gerne von den Heilungsgeschichten unserer Patienten.
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