Medizinische Weiterbildung in Zeiten von Corona

"Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.“

Mit diesem Zitat, das Konfuzius zugeschrieben wird, erklärt unser Chefarzt Dr. Gary Parker gerne den Sinn und Zweck des Mercy-Ships-Weiterbildungsprogrammes. Nur wenn wir einheimische Mediziner und Medizinerinnen in der Chirurgie und der medizinischen Versorgung weiterbilden, können wir langfristig die Gesundheitsversorgung unserer Einsatzländer verbessern. Aus diesem Grund bietet Mercy Ships seit vielen Jahren sowohl Mentoring an Bord, als auch Schulungen und Kurse in lokalen Gesundheitseinrichtungen an. 

Die geltenden Kontaktbeschränkungen und Sicherheitsmaßnahmen machen eine Fortführung dieser Arbeit in ihrer ursprünglichen Form unmöglich. Mercy Ships sucht nach neuen Wegen, um trotzdem sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen weiterzugeben und seine afrikanischen Partner im Kampf gegen die Pandemie zu stärken. Eine wichtige Rolle spielen dabei die digitalen Möglichkeiten, die auch in den Staaten südlich der Sahara Einzug gehalten haben. 

Digitale Schulungen

Über das Internet halten die Mercy-Ships-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kontakt zu ehemaligen Schulungsteilnehmenden und betreuen Mentees bei Fachfragen. Mit konkreten Ratschlägen steht unsere Crew den afrikanischen Kolleginnen und Kollegen zur Seite! 

Darüber hinaus bietet Mercy Ships digitale Schulungen an, die wichtige Wissensinhalte an medizinische Fachkräfte vermitteln. Dabei konzentrieren wir uns derzeit auf Kenntnisse, die im Kampf gegen eine Pandemie wie COVID-19 besonders wichtig sind. 

Wie erkennt man schwere Krankheitsverläufe rechtzeitig? Und wie reagiert man angemessen darauf? Wie schütze ich mich als medizinischer Mitarbeiter oder medizinische Mitarbeiterin vor einer Ansteckung? Diese Fragen werden in einem sechswöchigen Kurs behandelt, den Mercy Ships seinen Partnern nun digital anbietet. Dabei spielt auch die mentale Unterstützung der Fachkräfte eine Rolle. Sie stehen im Kampf gegen Covid-19 an vorderster Front und müssen häufig an ihre Grenzen gehen. Der Kurs thematisiert daher auch Strategien, mit denen man einem Burnout vorbeugen kann.

Neben dem neu entwickelten sechswöchigen Kurs bieten wir in Liberia für die dortigen Medizintechniker eine Online-Schulung an, außerdem engagieren wir uns mit digitalen Kursen an der zahnmedizinischen Fakultät der Gamal Universität in Conakry, Guinea.  

Weitere Schulungen sind in Planung. 

Aufklärung und Weiterbildung vor Ort

Nicht nur das „World Wide Web“ ermöglicht es uns, weltweit aktiv zu sein. Unsere Alumni und ehemaligen Mentees tragen das Engagement für eine verbesserte Gesundheitsversorgung in die Welt hinein. Sie spielen bei der Aufklärungsarbeit vor Ort ebenfalls eine wichtige Rolle.

Drs. Dianne und Lindsay Sherriff, die lange Zeit mit Mercy Ships im Einsatz waren, engagieren sich seit Juli 2018 in Timor-Leste. Dort haben sie ein Schulungsprogramm für Allgemeinmediziner aufgebaut. Mit ihren Kursen unterstützen sie nun die Ärztinnen und Ärzte im Kampf gegen Covid-19, indem sie die neuesten Erkenntnisse aufbereiten, Schutzmaßnahmen erklären und mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Wir glauben, dass wir im Moment am richtigen Ort sind, trotz aller Schwierigkeiten“, erklärt Diane. 

Die lokale Bevölkerung im Blick hat unsere langjährige Partnerin in Benin, Dr. Odry Agbessi.  Sie hat dort eine Hilfsorganisation gegründet, die wichtige Aufklärungsarbeit leistet. Ihr Team zeigt zum Beispiel in verschiedenen Dörfern, wie man sich richtig die Hände wäscht, verteilt Schutzmasken und sensibilisiert die Bevölkerung für die Gefahr, die von Covid-19 ausgeht.

Wir sind stolz auf und dankbar für unsere Alumni, die sich überall auf der Welt engagieren. Wie eine deutsche Alumna den Kampf gegen Covid-19 hier im Krankenhaus erlebt, lesen Sie in diesem Blogbeitrag.  

Übrigens: Für unser Weiterbildungsprogramm und die Projektarbeit in unseren Gastländern suchen wir einen neuen Leiter oder eine Leiterin, der oder die sich einen längerfristigen ehrenamtlichen Einsatz vorstellen kann. Alle Informationen zum Thema Mitarbeit finden Sie hier.

Letzte Blogposts

Vorschaubild zum Blogbeitrag mit Vanessa Body

Vanessa Body im TV

Vanessa Body wurde in Madagaskar geboren, machte in Bad Tölz eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitet heute am Uniklinikum München. Im letzten Jahr erfüllte sie sich einen Jugendtraum und kehrte mit Mercy Ships in ihr Heimatland zurück, um auf der Africa Mercy ihren Landsleuten zu dienen. In diesem Monat war sie Talk-Gast in der BR Abendschau und berichtete live über die Arbeit auf dem Hospitalschiff.

„Hier gehöre ich hin.“

„Das ist mein erster Einsatz“, erzählt Ellen-Tabea Schmid (27), die in Konstanz als Radiologieassistentin arbeitet. Für ein halbes Jahr hat sie auf der Global Mercy, dem größten privaten Hospitalschiff der Welt, mitgearbeitet. Gerade ist sie von ihrer Reise zurückgekehrt. Sie gibt zu: Die ersten Wochen waren überwältigend – unzählige Informationen, neue Abläufe, unbekannte Strukturen. Heute jedoch merkt sie, wie sehr sie in diesen Rhythmus hineingewachsen ist und wie sehr diese Zeit sie geprägt und verändert hat.

Die Africa Mercy kehrt 2026 nach Madagaskar zurück

Mercy Ships wird 2026 erneut in Madagaskar im Einsatz sein. Die Einladung zur Rückkehr nach Toamasina bedeutet, dass noch mehr Menschen Zugang zu lebensverändernden Operationen erhalten werden. Die Africa Mercy wird voraussichtlich im Mai 2026 wieder im Hafen von Toamasina anlegen, um nach einer längeren jährlichen Wartungsphase in Südafrika weiterhin spendenfinanzierte chirurgische Versorgung zu ermöglichen.

Patientin Armella

Armella – Getragen von Liebe

So groß wie eine Orange war das Geschwulst, das Armella’s kleines Köpfchen niederdrückte. Doch die Liebe, mit der sie getragen wurde, veränderte alles: Eine kostenlose Operation an Bord unseres Hospitalschiffes Africa Mercy schenkte ihr Heilung und die Chance auf ein gesundes Leben.

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Bild von Tabea Supplieth
Tabea Supplieth
Als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit berichtet Tabea Supplieth regelmäßig über unsere Arbeit an der Küste Subsahara-Afrikas.

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