Adam Zidane entgeht einer Amputation

Nichts machte Abdoulai glücklicher, als seinem Sohn bei dem Sport zuzusehen, den sie beide so sehr liebten.

Kein Wunder, dass der neunjährige Adam Zidane gerne Fußball spielt. Als er 2009 geboren wurde, fand ein Spiel der Champions League statt und sein fußballbegeisterter Vater Abdoulai benannte ihn nach dem berühmten französischen Nationalspieler Zinedine Zidane. 

Missglückte Malariabehandlung und drohende Amputation

Aber als Adam fünf Jahre alt war, erhielt er eine Malariabehandlung, bei der es zu einer Komplikation kam. Durch die Infusion kam es im Unterschenkel zu Schwellungen und Infektionen. Dadurch wurden die Muskeln in seinem Knöchel steif und zogen sich zusammen. Die Verletzung kostete Adam die Fähigkeit, richtig zu laufen und für ihn zunächst am schlimmsten: Fußball zu spielen.

Verzweifelt gab Abdoulai für einheimische Ärzte mehr Geld aus, als er sich leisten konnte, um seinem Sohn zu helfen. Als die Doktoren ihm sagten, dass die Amputation des Fußes die beste Möglichkeit sei, intensivierte er nur noch seine Suche nach einer anderen medizinischen Behandlung für Adam. Doch er fand keine. Nahezu hoffnungslos planten sie die Amputation für sechs Monate später.

Schweren Herzens glaubten Abdoulai und Adam, dass dies der einzige Weg sei. Doch dann hörte die Familie, dass Mercy Ships nach Kamerun kommen würde und sie brachten ihn zur Voruntersuchung, um zu prüfen, ob er nicht doch operiert werden könnte. Aber sie wagten kaum noch, darauf zu hoffen.

Durch eine fehlgeschlagene Malariabehandlung wurden Adam Zidanes Knöchel und Fuß geschädigt. © Mercy Ships
Die gute Nachricht: Operation und Heilung statt Amputation! © Mercy Ships
Jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen und tapfer bleiben! Das Laufen wird bald wieder erlernt. © Mercy Ships
Mit seinem gesunden Bein freut sich Adam schon auf die ersten Fußballspiele © Mercy Ships
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Doch noch Operation möglich

Nur wenige Monate vor der geplanten Amputation erhielten sie die Nachricht, dass Adam für eine Operation auf der Africa Mercy ausgewählt worden war. Die ganze Familie war begeistert! „Als wir den Anruf von Mercy Ships erhielten, dass er ausgewählt worden war, um auf das Schiff zu kommen, feierten wir in unserem Haus. Alle waren so glücklich“, sagt Abdoulai.

Ein ehrenamtliches OP-Team auf der Africa Mercy operierte Adams Bein, um die Kontraktion zu glätten. Nach mehreren chirurgischen Eingriffen und Hauttransplantationen konnte Adams Bein endlich aus der kontrahierten Position befreit werden, die ihn über drei Jahre lang dazu gezwungen hatte, auf seiner Ferse zu laufen. Sein Vater und er waren überglücklich. Adams helle, freundliche Persönlichkeit, die lange gedämpft worden war, erstrahlte wieder.

Langsam wieder laufen lernen

Ein anderes Team führte Physiotherapie mit ihm durch, um ihm zu helfen, seine Beweglichkeit wieder zu erlangen. Nach der Operation benutzte er mehrere Wochen lang Krücken und lächelte fast die ganze Zeit, auch wenn die Genesung manchmal wehtat. „Ich bin sehr froh, meinen kleinen Frosch auf seinen Krücken herumhüpfen zu sehen“, erzählt Abdoulai. „Ich glaubte nicht mehr daran, dass ich diesen Anblick je sehen würde.“

Es dauerte mehrere Monate, bis Adam wieder normal laufen konnte, aber mit Hilfe des Rehabilitationsteams war Adams einst unerreichbares Ziel endlich in Sicht. Er kam fast jeden Tag aus der Genesungsstation an Land auf das Schiff, um Übungen zu machen, die seinen Knöchel dehnten und ihm halfen, wieder in neu gewonnener Freiheit zu gehen. Schließlich konnte Adam nicht nur seinen Fuß in korrekter Position halten, er konnte auch wieder laufen und begann, Fußball zu spielen!

Das ganzes Dorf feiert Adams neues Leben

Dann lief er auf zwei funktionierenden Füßen wieder nach Hause zurück – ein überraschender Anblick in seinem Heimatdorf, so hatten sie ihn schon seit Jahren nicht mehr gehen sehen. Mit großer Freude feierten alle Adams Rückkehr, sie feierten aber nicht nur seine Heilung, sondern auch die neue Zukunft, die er nun vor sich hat. „Früher konnte er nicht mit seinen Freunden spielen, er fand das Laufen schwierig und er konnte nicht jeden Tag zur Schule gehen, da sie zwei Kilometer entfernt ist“, sagt Abdoulai. 

„Jetzt geht er mit seinen fünf Brüdern jeden Tag zur Schule und liebt es, mit ihnen täglich Ball zu spielen, auf Bäume zu klettern und zu schwimmen.“

Das ganze Dorf freut sich für und mit Adam! © Mercy Ships

Nun kann Adam Zidane auch wieder recht flott Fußball spielen! Während er mit seinen beiden Füßen den roten Staub in seinem Dorf aufwirbelt und seine Bewegungen immer kräftiger werden, sind sie auch ein Zeugnis für die neue Hoffnung, die die Heilung Adam und seiner Familie gebracht hat.

Adams Heimat Kamerun

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