Trotz des Grauen Star: Mutig durch die Dunkelheit

Monique findet dank Mercy Ships ins Leben zurück

Die neunjährige Monique saß in einem provisorischen Klassenzimmer im hinteren Teil des Hauses und lauschte aufmerksam der Stimme ihrer Großmutter Melone, die sie unterrichtete. Monique litt an Grauem Star und war dadurch erblindet, deswegen hatte sie schweren Herzens die Schule verlassen müssen und wurde nun zuhause unterwiesen.

Kaum jemand bemerkte, dass Moniques Welt verblasste. Ihre Familie wunderte sich nur über die schlechten Schulleistungen. © Mercy Ships
Wie ihr Zuhause aussah, bevor sie erblindete? Monique hat nur noch dunkle Erinnerungen. © Mercy Ships
Weil sie nicht mehr zur Schule gehen kann, unterrichtet ihre Großmutter Melone sie zuhause. © Mercy Ships
Ein unkomplizierter Eingriff an Bord der Africa Mercy stellte Moniques Sehkraft wieder her. © Mercy Ships
Die Brille wird Moniques Augen nach der Operation schützen. © Mercy Ships
Nach der Operation konnte Monique es kaum erwarten, endlich wieder die Schulbank zu drücken. © Mercy Ships
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Nur noch Geschreibsel

Monique hatte es genossen, mit ihren Freunden die Schule zu besuchen, aber dann hatte sie mit dem Lesen und Schreiben zu kämpfen. Melone glaubte, dass sich ihre Enkeltochter schlecht benahm und im Unterricht nicht aufpasste: „Ich sah mir ihr Schulbuch an und es war alles nur Geschreibsel“, sagte sie, „Ich dachte, sie würde uns alle täuschen. Ich wies sie zurecht, dass sie so in Schwierigkeiten geraten würde.“

Das schüchterne kleine Mädchen gab aber nie zu, dass die Welt um sie herum verblasste. Ihre Lehrer und ihre Familie glaubten, dass sie sich einfach weigern würde. Nach einer Weile spürte Melone jedoch, dass sich hinter dem merkwürdigen Verhalten ihrer Enkelin mehr verbarg. Eines Tages ließ sie ihre Schlüssel auf den Boden fallen und bat Monique, sie aufzuheben. Als das Mädchen hilflos auf dem Boden herumsuchte, erkannte Melone, dass Monique nicht richtig sehen konnte. Außerdem entdeckte sie seltsame Trübungen in ihren Augen.

Melone kämpfte für ihre Enkelin

Obwohl Melone sich als Lehrerin auf ihren Ruhestand nach mehr als 40 Jahren Unterricht freute, entschloss sie sich, Monique zuhause zu unterrichten, um sicherzustellen, dass sie im Lernstoff nicht zu weit zurückfällt.„Ich wollte nicht akzeptieren, dass meine eigene Enkelin keine Ausbildung haben würde – ihre beste Chance auf eine Zukunft.“

Alles Geld, das Melone sparen konnte, legte sie beiseite, um ihrer jungen Enkelin eine Operation bezahlen zu können. „Ich habe mir geschworen, dass ich genug Geld zusammenbekommen würde, egal, was es kostet. Ich wollte so sehr, dass Monique eine Zukunft hat“, sagte Melone.

Nach dreieinhalb Jahren des Sparens hatte sie genug als Anzahlung für einen Kredit zusammen, um davon eine Operation zahlen zu können. Dafür hätte sie sich in große Schulden gestürzt. Dennoch war es schwer, einen Arzt zu finden, der operieren würde. Aber bevor es dazu kam, alles Weitere in die Wege zu leiten, erreichte die Africa Mercy 2017 Kamerun und neue Hoffnung keimte in ihr auf.

Licht scheint in die Seele

Bei der Voruntersuchung von Mercy Ships, die in ihrer Nähe stattfand, wurde Monique zur Operation angenommen. Zusammen mit ihrer Großmutter machte sie sich auf den Weg zum Schiff. Dort wurde eine 20-minütige Operation durchgeführt, die Moniques Leben veränderte. Am Morgen nach dem Eingriff wurden ihre Augenklappen langsam angehoben, während alle Anwesenden in freudiger Erwartung den Atem anhielten. Plötzlich füllten sich Moniques Augen mit Leben, als sie strahlend den Raum musterte und alles betrachtete, was sie in den letzten drei Jahren nicht mehr hatte sehen können – einschließlich ihrer geliebten Großmutter. „Ich sehe alles!“, schrie Monique, „Ich sehe alles!“ Ihre leuchtenden Augen huschten in alle Richtungen, als ob sie nicht schnell genug alles aufnehmen könnte. Begeistert zeigte sie auf alles. Melone sah lächelnd zu, Tränen füllten ihre eigenen Augen.

Über zwei Wochen später packte Monique ihren Schulranzen und zog stolz ihre Schuluniform an, bereit für ihren ersten Schultag. Sie wartete sehnsüchtig darauf, begleitet zu werden, und führte ihre Großmutter zur Tür hinaus. „Wenn sie noch aufgeregter wäre, würde sie glatt aufstehen und anfangen zu fliegen“, lachte Melone.

Als sie sich dem Klassenzimmer näherten, wurden sie von demselben Lehrer begrüßt, der sich daran erinnern konnte, als Monique drei Jahre zuvor gebeten worden war, die Schule zu verlassen. „Ich weiß noch, wie es war, als sie ging – es war ein trauriger Tag. Ich freue mich so sehr, sie wiederzusehen, denn es ist mein Wunsch als Lehrer, dass sie eine gute Ausbildung bekommt.“

Das Geschenk des Augenlichtes stellte Moniques Mut wieder her und dank des Heimunterrichtes ihrer Großmutter stellte sie sich tapfer vor die Klasse, um vor ihren Mitschülern zu lesen und zu schreiben. Sie hatte den Kampf gegen den Rückfall im Lernstoff gewonnen.

Monique hat nun die Chance auf eine Zukunft - dank Bildung! © Mercy Ships

Der Mut der Blinden

„Einige Leute sagen mitfühlend: „Seht euch diese armen blinden Menschen an“, bemerkte der ehrenamtliche Augenarzt Dr. Glenn Strauss auf der Africa Mercy. „Aber ich bin noch nie Menschen begegnet, die so mutig sind wie Blinde. Wie Monique machen sie sich auf den Weg zu uns, in der Hoffnung, geheilt zu werden.“

Einige mögen Monique als Opfer gesehen haben – ein kleines Mädchen, das ihr Augenlicht und fast ihre Ausbildung verloren hatte. Aber Mercy Ships sah das furchtlose kleine Mädchen in ihr und gab ihr die Möglichkeit, zu sehen und gesehen zu werden. „Jedes Mal, wenn ich an Moniques Blindheit dachte, hat es mich betrübt, weil ich sie so sehr liebe“, sagte Melone. „Seit der Operation aber ist alles möglich. Sie hat Hoffnung bekommen, das ist ein großer Segen für unser Leben.“

Moniques Heimat Kamerun

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