Florines Weg zur Heilung

Durch eine Geburtsfistel wurde sie nicht nur inkontinent, sondern musste auch zwei Fehlgeburten und den Verlust von vier Kindern bei der Geburt ertragen.

Florine ist 39 Jahre alt. Seit 25 Jahren leidet sie unter dieser Krankheit. Nach einer schwierigen Geburt ohne die Hilfe einer Hebamme hatte sie ihr erstes Kind verloren. Bald darauf merkte sie, dass sie inkontinent war. Doch hier fängt ihre Leidensgeschichte erst an: Sie erlitt in der Folgezeit zwei Fehlgeburten und verlor drei weitere Kinder bei der Geburt. 

Da sie inkontinent und nicht in der Lage war, weitere Kinder zur Welt zu bringen, verließ ihr Mann sie. Florine musste daraufhin aus der Ferne mit ansehen, wie er eine andere Frau aus ihrem Dorf heiratete. Sie selbst war für ihn zur „Zeitverschwendung“ geworden. Florine wohnt in einem abgelegenen Dorf im Norden des Landes. Ohne Hoffnung auf Hilfe lebte sie die kommenden Jahre abgeschieden bei ihrer Familie.

Stark bleiben

Über eine Radioansage erfuhr sie eines Tages von der Ankunft von Mercy Ships. Sie begann wieder zu hoffen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester machte sie sich auf den Weg zur Voruntersuchung. Die drei Frauen waren neun lange Tage zu Fuß unterwegs, um die Hauptstadt Antananarivo zu erreichen, wo sie das Hospitalschiff vermuteten.

Zu ihrer Enttäuschung war das Schiff nicht dort. Als alles Suchen erfolglos blieb, arbeiteten sie, um Geld für den Heimweg zu verdienen. Bis sie sich auf den Weg machen konnten, mieteten sie ein Zimmer in einem Vorort der Hauptstadt. Als alles für die Abreise bereit war, erkrankte Florine an Malaria. Eine freundliche Frau aus der Nachbarschaft, Rosette, nahm Florine auf, während ihre Familie die Rückreise antrat.

Es war sehr offensichtlich, dass die Familie Florine zurücklassen wollte.

Florine ist voller Dankbarkeit für Rosettes Hilfe und die Möglichkeit, auf der Africa Mercy behandelt zu werden! © Mercy Ships
Florines Zuhause bei Rosette. © Mercy Ships
Mit einem Strahlen im Gesicht hofft Florine nun auf einwen Neuanfang. © Mercy Ships
Voriger
Nächster

Rosettes Familie war arm und sie musste sich um drei eigene Kinder kümmern. Doch trotz ihrer eigenen schwierigen Lage nahmen sie und ihre Familie Florine wie ein Familienmitglied auf. Sie hatten Mitleid mit der verlassenen Frau.

Rosette und weitere Nachbarn taten sich zusammen, um Florine zu helfen. Sie unterstützen sie mit Kleiderspenden, obwohl sie selbst kaum genug hatten. Ihr Zusammenhalt als Dorfgemeinschaft sollte belohnt werden.

Rosette zeigte Florine, wie sie sich trotz des andauernden Auslaufens sauber halten konnte. Zudem lernte Florine nach vielen Jahren der Isolation wieder, in Gemeinschaft zu leben. Jeden Morgen wusch Florine ihr Bett, das sich über Nacht mit Urin vollgesogen hatte. Da es in dem Dorf keine Elektrizität und kein fließendes Wasser gibt, dauerte das oft den ganzen Vormittag. Aber Florine hat eine schnelle Auffassungsgabe und sie lernte bereitwillig dazu.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Schließlich gelang es den beiden Frauen tatsächlich, das Schiff und den Ort, an dem die Voruntersuchung stattfinden sollte, ausfindig machen. Rosette begleitete Florine. Die Ärzte konnten ihr helfen, und Florine kehrte mit einem Termin für eine OP zunächst nach Hause zurück. Bis zum Eingriff sollte sie noch komplett von der Malariainfektion genesen.

Bald darauf war es soweit. Die Mercy Ships Ärzte Dr. Itengre (Burkino Faso) und Dr. Jerry Puttman (USA) nahmen den Eingriff vor. Rosette lief ungeduldig auf dem Flur auf und ab, während sie den Ausgang von Florine Eingriff abwartete. Ihre Gebete wurden erhört! Die Operation verlief wie gehofft. Als Florines Katheder Tage später entfernt wurden, blieb sie trocken.

Der aufopferungsvollen Liebe von Rosette und der unermüdlichen Arbeit der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter von Mercy Ships ist es zu verdanken, dass Florine das Schiff bald mit Hoffnung auf einen Neuanfang verlassen kann!

Florines Heimat Madagaskar

TEILEN

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp

Weitere Geschichten unserer Patienten

Patientin Yaya

Yaya drohte an ihrem Tumor im Gesicht zu ersticken. Doch sie wollte nicht sterben. Sie wollte ihre Tochter aufwachsen sehen!

Patient Aser Roger

Ein dummer Unfall, dann der Graue Star: Aser erblindete. Wie sollte er da seine Familie ernähren?

Patientin Gamai

Niemand sollte die schlimmen Brandnarben sehen, die Gamai so verunstellt hatten. Deswegen blieb das kleine Mädchen zuhause.

Patient David

Im Alter von fünf Jahren begann ein Tumor in Davids Gesicht zu wachsen. Mercy Ships konnte dem tapferen Jungen helfen.

Patient Ulrich

Ulrich konnte sich nur auf allen Vieren fortbewegen. Mehrere Eingriffe waren nötig, um ihm zu helfen.

Patientin Monique

Der Graue Star ließ Moniques Welt immer mehr verblassen. Bald schon konnte sie nicht mehr zur Schule gehen.

„Ich unterstütze Mercy Ships, weil medizinische Versorgung ein absolutes Grundbedürfnis des Menschen ist und Mercy Ships diese zu den Ärmsten der Armen bringt."

Aktuelles aus unserem Blog

So reagiert Mercy Ships auf Covid-19

Covid-19: Häufig gestellte Fragen

Wie geht Mercy Ships mit der Krise um? Wo ist die Africa Mercy derzeit? Kann ich immer noch mit Mercy Ships in einen Einsatz gehen? Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um unseren Umgang mit Covid-19.

weiterlesen

Bringen Sie mit uns Hoffnung nach Afrika!