Befreit

Strahlende Hoffnung durch Ihre Hilfe

Eigentlich ist der Madagasse mit grauem Anglerhut und schwarzem
Oberlippenbart bekannt für sein fröhliches Lachen und seine Geselligkeit.
Eigentlich liebt es Thierry, mit Freunden unterwegs zu sein, zu reden,
zu lachen. Eigentlich. Denn bereits im Alter von 25 Jahren erfuhr
sein Leben eine tragische Wendung. Zunächst kaum merklich, dann
deutlich sichtbar.

Patient Thierry auf dem Weg zur Africa Mercy
Thierry auf dem Weg zur Africa Mercy © Mercy Ships

Alles begann mit einer kleinen Stelle in seinem Gesicht, die sich wie ein Pickel anfühlte. Sie tat nicht weh. Nichts, was beunruhigend schien. Doch die Stelle wurde größer. Und mit der Zeit bemerkte Thierry noch etwas anderes: Seine Kräfte ließen nach. Beim Tragen schwerer Lasten war er schneller erschöpft als früher. Dabei war körperlich anstrengende Arbeit für ihn Alltag – sie sicherte das Einkommen seiner Familie. Was als kleine Beule begann, wurde schließlich zu einem großen Tumor, der sein Gesicht sichtbar verformte und sein Leben unaufhaltsam veränderte. Für einen Mann, der immer gern unter Menschen gewesen war, wurde diese Veränderung zur stillen, schmerzhaften Belastung. „Die Leute um mich herum und meine Freunde redeten immer über mich und starrten mich an, wenn ich unterwegs war“, erinnert sich Thierry. „Ich hatte wirklich keine Lust mehr, hinauszugehen, weil einige von ihnen sagten: ,Warum geht dieser Typ nicht zum Arzt, um sich behandeln zu lassen?‘“

Langsam zog sich Thierry immer mehr zurück, um der physischen Belastung durch das Gewicht der Geschwulst und der emotionalen Belastung durch die ständigen Blicke und Gerüchte zu entgehen. Manchmal fragte er sich, wie lange er damit noch leben könnte. Ihm dämmerte es, dass er das zunehmende Gewicht des Tumors unmöglich bis ins hohe Alter mit sich herumtragen können würde.

16 Jahre Leid und dennoch Hoffnung

Thierry tat alles, was er konnte, um medizinische Hilfe zu bekommen. Mit der Unterstützung seiner Familie ging er zum Arzt und ließ sich untersuchen. Aber die Realität war entmutigend.

„Sie sagten, es liege an den Knochen“, erklärte er. „Und die Operation ist teuer, etwa zwei Millionen Ariary.“ Für den Durchschnittsbürger in Madagaskar in der Regel unbezahlbar – umgerechnet rund 380 Euro.

Seine Familie half so gut sie konnte, brachte Lebensmittel, begleitete ihn zu den Terminen. Doch die Operation blieb unerreichbar. Und trotzdem gab Thierry die Hoffnung nicht auf. Eines Tages sah ein Familienmitglied im Fernsehen eine Ankündigung über die Rückkehr der Africa Mercy nach Madagaskar und rief ihn sofort an. Zum ersten Mal seit Jahren öffnete sich eine Tür. Ein Funke Hoffnung glühte neu auf. Trotz aller Warnungen und skeptischer Stimmen entschied sich Thierry, zu gehen. Er vertraute darauf, dass Jesus bei Mercy Ships gegenwärtig war und dass Gott ihm diese Chance geschenkt hatte auf das Hospitalschiff gehen zu können.

Ein Chirurg aus Deutschland operiert

An Bord wurde Thierry schließlich von den ehrenamtlichen Chirurgen Dr. Mark Shrime aus den USA und Dr. Marcin Bierc aus Deutschland operiert.

„Dieser Tumor hätte sich ohne Operation zwangsläufig in alle Richtungen weiter ausgedehnt. Im schlimmsten Fall hätte Thierry eines Tages keine Nahrung mehr aufnehmen können. Die Gefahr von schweren Atemproblemen wäre sehr wahrscheinlich geworden. Abgesehen davon ist die Bewältigung des Alltags mit einem solchen Tumor eine enorme Last.“ Der Stuttgarter Chirurg hat in seinen bislang vierzehn Einsätzen für Mercy Ships schon anspruchsvollste Eingriffe durchgeführt und weiß um den langen Leidensweg von Patienten wie Thierry.

Dr. Bierc erinnert sich noch genau an die Operation: „Der Eingriff war komplex: Der Tumor hatte das Kiefergelenk und mehr als die Hälfte des Unterkiefers befallen. Letztlich konnten wir den gesamten Tumor entfernen. Der Eingriff verlief komplikationslos.“ Er lächelt, wenn er an Thierry denkt: „Anfangs war er etwas schüchtern und zurückhaltend, doch nach der Operation zeigte sich ein fröhlicher, humorvoller und sehr positiver Mensch.“ Und er fügt hinzu: „Es ist immer wieder berührend zu sehen, wie Patienten auch seelisch durch eine solche Operation Heilung erfahren.“

Eine Erkenntnis fürs Leben

Mit der Rückkehr seiner körperlichen Kraft wuchs auch Thierrys Selbstvertrauen. Während seiner Genesung entdeckte er Freude in den kleinen Momenten – Gespräche mit den Chirurgen, die Zeit auf der Station, die täglichen Besuche des Seelsorgeteams.

„Ich danke Gott von ganzem Herzen“, sagte er. „Und ich danke allen, die sich um uns kümmern – ob Sie nun blaue Kittel tragen oder das Essen zubereiten. Ich danke Gott auch für das Seelsorgeteam, das jeden Tag kommt, um mit uns zu beten.“

Schließlich konnte Thierry nach Hause zurückkehren – befreit von einer körperlichen Last, frei von einer seelischen Bürde, unendlich glücklich und voller Pläne für die Zukunft. Und – mit dieser einen, tiefen Erkenntnis: „Diese Zeit meines Lebens hat mir bewiesen, dass Gott existiert.“

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